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Es werden Posts vom August, 2009 angezeigt.

Warum jucken Insektenstiche?

Mücken und Wespen sind zwar winzige Tiere, trotzdem machen viele Leute einen großen Bogen um die Insekten. Denn Mücken können den Menschen beißen, und Wespen stechen. Oft fängt die Haut rund um die Stelle, an der wir gepiekst wurden, zu jucken an. Doch warum jucken Insektenstiche eigentlich?

Nervenfasern reißen
Ganz genau weiß kein Mensch, warum ein Insektenstich juckt. Fest steht aber, dass von dem Insektenstich Nervenfasern gereizt werden.


Nerven transportieren Informationen
Nerven sind so etwas wie Telefonleitungen des Körpers: Sie transportieren Informationen von der Körperoberfläche an das Gehirn. So spüren wir zum Beispiel, ob das, was wir gerade berühren, kalt oder heiß, nass oder trocken, glitschig oder flauschig ist. Nerven funktionieren aber auch in umgekehrter Richtung: Das Gehirn gibt über die Nerven Befehle an die Muskeln. Fassen wir zum Beispiel auf eine heiße Herdplatte, melden die Nerven ans Gehirn: sehr heiß, das tut weh. Das Gehirn gibt über Nerven den Befehl an die Hand…

Populäre Irrtümer am Esstisch: Welche Mythen und Legenden rund um die Ernährung und unseren Körper sind absoluter Humbug?

Hausmittel und sogenannte allgemeine Volksweisheiten sind mitunter sehr nützlich und hilfreich. So ist es zum Beispiel richtig, sich - genauso wie es die Tiere auch machen - die eigenen Wunden zu lecken, da Speichel einen desinfizierenden und heilungsfördernden Effekt hat. Einige weitverbreitete laienmedizinische Tipps oder Binsenweisheiten auf dem Gebiet der Ernährung und Nahrungszubereitung sind allerdings populäre Irrtümer ausgemachter Blödsinn. Und manches, was der Volksmund so daherquatscht, wenn der Tag lang ist, sollte man sogar tunlichst ignorieren, sofern es sich eher kontraproduktiv auf das eigene körperliche Wohlbefinden auswirken kann. Folgende Meinungen, Ansichten und Faustregeln gehören beispielsweise ins Reich der Mythen und Legenden.

Bei Durchfall hilft am besten Cola
Aber nicht doch! Denn durch das in der Cola enthaltene Koffein werden die Nieren zu weiterer Entwässerung angeregt. Durch Cola kann sich der Durchfall also allenfalls noch weiter verschlimmern. Generell sol…

Woher stammt die Redewendung „blaumachen“ ?

Die Formulierung „blaumachen“ im Sinne von „schwänzen“ lässt sich auf das Mittelalter zurückführen. Zum Blaufärben von Stoffen brauchte man nicht nur die Blätter der Pflanze Waid, sondern auch Sonnenschein, viel Zeit – und menschlichen Urin. Besonders gut wurde die Farbe, wenn die Männer vorher Alkohol getrunken hatten. Früher oder später lagen alle betrunken in der Sonne und warteten auf das Ende des Färbeprozess. Im Laufe der Zeit wurde „Blau machen“ im Sinne von „Stoffe blau färben“ dann übertragen auf „blau machen“ im Sinne von „faulenzen“ und „blau sein“ gleichgesetzt mit „einen Rausch haben“. Gleichzeitig war die Farbe Blau früher die Farbe der Verstellung, der Lüge und der Täuschung – daher auch die Redewendung „Das Blaue vom Himmel herunterlügen“. Und so kommt es, dass man „blau macht“, wenn sich jemand einen freien Tag erschwindelt.

Was ist ein Erlkönig?

Bezogen auf Autos sind Erlkönige Prototypen, die sowohl von außen als auch von innen noch keiner sehen darf. Denn wüssten die Kaufwilligen, dass es ein neues Modell eines ihrer Favoriten gibt und welche Ausstattungsmerkmale es hat, würden sie das alte nicht mehr kaufen. Sie warten, bis der neu entworfene Wagen auf dem Markt ist und die Hersteller bleiben auf ihren Vorgängermodellen und den Kosten dafür sitzen.
Aus diesem Grund sind die Prototypen gut getarnt, beispielsweise mit einer Kunststoffverkleidung. Je näher die Marktreife rückt, desto weniger bleibt noch verborgen. Die Testfahrer fahren mit den Modellen dann auf Teststrecken oder auf normalen Straßen, immer auf der Flucht vor Erlkönig-Jägern: Fotografen, die wild darauf sind, ihre Bilder des Geheimen veröffentlicht zu bekommen.

Und woher kommt der poetische Name Erlkönig, der an Goethes gleichnamiges Gedicht erinnert? Denn in anderen Ländern sind Begriffe wie „spy shot“ (Großbritannien) oder „photo espion“ (Frankreich) üblich. N…

Woher kommt "Russisch Brot"

Russisch Brot (auch Russischbrot) oder Patience ist ein trockenes Gebäck aus einem schaumigen Kakao-Eiweiß-Teig ohne Fettzugabe. Es wird traditionell in Buchstabenform gebacken.

Zur Herstellung wird zuerst aus Eischnee, Zucker, Kakao und Mehl, je nach Rezept auch mit weiteren Zutaten wie Stärkemehl, Zuckerrübensirup und Zimt, ein Teig hergestellt. Anschließend wird die Masse dünn auf einem mit eingeöltem Backpapier belegten Backblech verstrichen oder mit einem Spritzbeutel zu Buchstaben geformt und bei mäßiger Temperatur kurz gebacken. Schließlich wird die Oberfläche dünn mit Zuckerglasur eingestrichen, gegebenenfalls die Teigplatte noch heiß in Stäbchen geschnitten und das Russisch Brot im Ofen kurz getrocknet.

Russisch Brot stammt vermutlich aus Sankt Petersburg, wo es als Bukwy (Буквы, dt.: „Buchstaben“) bekannt war. Der Bäcker Ferdinand Friedrich Wilhelm Hanke (1816–1880) aus Dresden hatte das Rezept dort kennengelernt und brachte es um 1844 mit. In Dresden eröffnete er eine „Deutsc…

Warum heißt die Brille 'Brille'?

Im Mittelalter beherrschten nur wenige Menschen die Kunst des Lesens und Schreibens. Alle wichtigen Bücher befanden sich in Klöstern. Die Mönche bewahrten und erforschten sie, denn in den Büchern stand das gesamte damalige Wissen der Menschheit.

Aber das tägliche Lesen bei schlechtem Licht war sehr anstrengend für die Augen. Je älter die Mönche wurden, desto schlechter sahen sie meistens. Die einzige Lösung bestand oft nur darin, sich die Texte von jungen Klosterschülern vorlesen zu lassen. Das funktionierte allerdings auch nicht immer. Man suchte ständig nach Alternativen, um die Schriften der alten Bücher besser entziffern zu können.

Ende des 13. Jahrhunderts kam dann die Lösung. Mönchen hatten eine bahnbrechende Idee wieder entdeckt. Der Gelehrte Golek Vitello hatte das alte Werk eines arabischen Mathematikers ins Lateinische übersetzt. In ihm stand geschrieben, dass man mithilfe bestimmter Steine Gegenstände größer erscheinen lassen kann.

Das haben die Mönche ausprobiert und solche S…

Die wichtigsten (und merkwürdigsten) Gedenktage des Jahres

Das Jahr wird nicht nur durch die Jahreszeiten strukturiert, sondern auch durch eine Vielzahl von Feiertagen religiöser und nationaler Natur. Daneben existiert aber auch noch eine Unzahl weiterer Gedenktage und Aktionstage, die alljährlich an bedeutende historische, weltliche und religiöse Ereignisse erinnern oder über wichtige gesellschaftspolitische oder medizinische Problemlagen informieren. Nahezu kein Tag des Kalenderjahres bleibt von der Gedenk- und Aktionswut seriöser gemeinnütziger Verbände oder kommerziell orientierter Lobbyorganisationen unbehelligt.

So gibt es zum Beispiel
den Europäischen Datenschutztag (28. Januar),
den Welttag der Feuchtgebiete (2. Februar),
den Welttag des Fremdenführers (21. Februar),
den Thinking Day der Pfadfinder (22. Februar),
den Weltnierentag (2. Donnerstag im März),
den Internationalen Aktionstag gegen Staudämme (14. März),
den Tag der Rückengesundheit (15. März),
den Weltamateurfunktag (18. April),
den Welt-Schildkröten-Tag (23. Mai),
den Internationalen …

Wie wächst eine Wunde wieder zu?

Wenn wir hinfallen und uns das Knie aufschlagen, läuft aus der Wunde dunkelrotes Blut. Das sieht nicht schön aus. Es ist aber gar nicht so schlimm. Denn so eine Wunde wächst meistens schnell wieder zu. Doch wie funktioniert das eigentlich?

Das Blut kümmert sich darum, dass die Wunde wieder zu wächst. Im Blut stecken viele kleine Helfer. Zum Beispiel gibt es die Blutplättchen. Sie sammeln sich an der blutenden Stelle. Weil sie klebrig sind, werden sie nach und nach zu einer dichten Masse. So dichten sie die Wunde nach außen hin ab.


An der Wunde passiert aber noch mehr. Denn im Blut steckt auch noch das Blutplasma. Aus dem Blutplasma bildet sich ein dichtes Netz. In dem Netz verfangen sich die Blutkörperchen. Es gibt rote und weiße Blutkörperchen. Sie sorgen dafür, dass sich auf der Wunde ein Schorf bildet. Dadurch hört die Wunde auf, zu bluten.

Die weißen Blutkörperchen machen sogar noch mehr. Sie sind so eine Art Körperpolizei. Zum Beispiel wehren sie Bakterien und Viren ab. Bakterien…

Warum schnarchen manche Menschen?

Beim Schlafen erholen sich die Menschen und bekommen neue Kraft. Manche Menschen können aber nachts nicht gut schlafen und sind dann auch tagsüber oft müde. Diese Leute haben Schlafstörungen. Eine häufige Schlafstörung kann das Schnarchen sein. Schnarcher erzeugen beim Luftholen laute Geräusche und halten damit auch noch ihren Mann oder ihre Frau wach. Doch warum schnarchen manche Menschen eigentlich?
Muskeln erschlaffen beim Einschlafen
Beim Einschlafen erschlaffen die Muskeln. Muskeln braucht der Mensch für jede Bewegung, zum Beispiel zum Laufen, Schreiben, Lachen oder Sprechen. Auch die Zunge und der Rachen können beim Schlafen entspannen.


Schnarchgeräusch durch Baumeln der Zunge beim Atmen
Weil jeder Mensch atmen muss, strömt immer Luft durch Nase oder Mund durch den Hals bis in die Lungen. Die entspannte Zunge und Teile des Rachens baumeln beim Schnarchen im Luftstrom und machen das typische Schnarchgeräusch. Das Gaumensegel mit dem Zäpfchen hinten im Mund ist oft an der Entstehung d…

Die älteste Parfumfabrik der Welt

Am 13. Juli 1709 wurde die älteste, heute noch bestehende Parfumfabrik der Welt gegründet. Sie trägt den schönen Namen "Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz" - kurz "Farina gegenüber". Welche Bedeutung der Duft im Laufe der Jahrhunderte erlangte und was ihn von "4711 - Kölnisch Wasser" unterscheidet, kannst du hier nachlesen.

Französische Mode-Produkte
Am 13. Juli 1709 gründete der Italiener Giovanni Battista Farina in Köln ein Geschäft, in dem er in erster Linie französische Produkte verkaufte, die damals in Mode waren: silberne und goldene Bänder, seidene Strümpfe und Taschentücher, Tabaksdosen, Puder, Perücken und ähnliche Galanteriewaren. Er deutschte seinen Namen ein und nannte sich Johann Baptist Farina. Sein Bruder Johann Maria Farina trat 1714 auch in die Firma ein und brachte das Rezept für ein Parfum mit, das er selbst erfunden hatte und dem er, der Stadt zu Ehren, den Namen "Kölnisch Wasser" gab.

Wunderwasser aus Zitrusölen u…

Warum sind Pflanzen grün?

Im Sommer ist draußen in Parks und Gärten alles grün. Die Bäume haben grüne Blätter, das Gras ist grün, und auch der Salat hat diese Farbe. Warum aber sind Pflanzen eigentlich grün und nicht blau oder rot?

Die Fotosynthese der Pflanzen
Pflanzen machen etwas, das Fotosynthese genannt wird. Bei der Fotosynthese nehmen die Pflanzen das Gas Kohlendioxid aus der Luft und auch Wasser auf und wandeln es zum Beispiel in Zucker, also Energie um. Dafür brauchen sie Licht. Die Energie können Menschen nutzen, wenn sie die Pflanzen essen. Salat zum Beispiel gibt uns Kraft und macht uns satt.

Pflanzen brauchen nur rotes und blaues Licht
Doch warum sind Pflanzen nun grün? Trifft ein Lichtstrahl auf einen Gegenstand, spiegelt dieser je nach seiner Farbe unterschiedlich gefärbtes Licht zurück. Denn Licht ist eine Mischung aus vielen verschiedenen Lichtfarben, die wir nicht alle einzeln erkennen können. Zum Beispiel gibt es rotes, grünes oder blaues Licht. Pflanzen werfen Licht der Wellenlänge Grün zurück…

Warum hat jeder Mensch eine andere Stimme?

Wenn ein Baby geboren wird, kann es seine Mutter sofort an der Stimme erkennen. Schon im Bauch hat es mitbekommen, wie seine Mutter spricht. Denn jeder Mensch hört sich beim Sprechen anders an. Warum aber hat jeder eine andere Stimme?

Verschiedene Muskeln arbeiten
Wie eine Stimme klingt, hat ganz viel mit den Muskeln im Körper zu tun, sagt Peter-Michael Fischer. Beim Sprechen oder Singen sind viele verschiedene Muskeln aktiv: im Bauchraum, im Brustkorb, im Hals, im Kehlkopf und im Kopf. Diese Muskeln sind bei jedem Menschen verschieden. Deswegen hört es sich auch bei jedem anders an, wenn er etwas sagt oder ein Lied singt.

Wie funktioniert unsere Stimme?
Wer etwas sagen will, muss erstmal einatmen. Dafür braucht er die Brustmuskeln und das Zwerchfell. Sie dehnen den Brustkorb, damit die eingeatmete Luft genug Platz hat. Die Brustmuskeln sitzen zum Beispiel zwischen und an den Rippen. Das Zwerchfell ist ein flacher Muskel zwischen dem Brustraum und dem Bauchraum. Die Brustmuskeln und das …

Zwergstaaten: Welche europäischen Staaten sind die kleinsten?

Im Märchen treten sie zu siebt auf, aber auf der Ebene der europäischen Geographie sind es nur sechs Zwerge. Die Tatsache, dass sie so klein sind, deutet allerdings nicht auf ihre Jugend hin. Denn bei den Zwerg- oder Kleinstaaten handelt es sich um Fürstentümer oder Republiken, die zu einer Zeit entstanden sind, als auch hierzulande noch Kleinstaaterei herrschte.

Als Deutschland noch zu den Zwergen zählte ...
Die deutschen Kleinstaaten nannte man im 18. Jahrhundert, als sie bereits von großen Nationalstaaten umringt waren auch Duodezstaaten. Eine spöttische Bezeichnung, denn Duodez ist der veraltete Name für ein Buchformat, das im übertragenen Sinne etwas unbedeutend Winziges bedeutet. Kleinstaaten, also souveräne Staaten mit einer festen Landmasse von weniger als tausend Quadratkilometern Fläche (ohne maritime Hoheitsgebiete), sind kein rein europäisches Phänomen. Doch bei den außereuropäischen Zwergen handelt es sich ausschließlich um Inselstaaten, die - mit Ausnahme des Stadtstaates …

Wer brachte die deutsche Sprache voran?

Duden ist Ihnen ein Begriff, auch Luther, Adelung oder die Gebrüder Grimm sind bekannt. Alle haben sich in ihrer Zeit um eine einheitliche deutsche Sprache gekümmert. Wie, das lesen Sie hier:

Martin Luther (1483–1546) übersetzte die Bibel ins Deutsche und schuf damit ein Werk, das nicht nur der Pfarrer in der Kirche, sondern auch das Volk zu Hause im Familienkreis las. Mit Redewendungen, einer bildreichen und volksnahen Sprache sorgte er dafür, dass die Leser Zugang zu einem gemeinsamen Deutsch fanden. So legte er den Grundstein für die Entwicklung einer deutschen Standard-Schriftsprache.

Johann Christoph Adelung (1732–1806), ein Bibliothekar und Germanist, gab das 1. große Wörterbuch der deutschen Sprache heraus: „Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuchs der hochdeutschen Mundart“. Zu seiner Zeit erlangte es so große Bedeutung, dass Dichter wie Goethe, Schiller oder auch Wilhelm v. Humboldt es für ihre Arbeit rege nutzten. Neben dem „Adelung“ genannten Werk hat e…

Woher kommt das Bier?

Die Deutschen stehen fast an der Spitze des weltweiten Bierkonsums – mehr als 115 Liter sind es pro Kopf und Jahr. So typisch das Bier hierzulande ist: Es stammt nicht aus unseren Breiten. Dass ein Mensch das Ur-Bier entdeckte, wird dem Zufall zugeschrieben: Irgendjemand wird ein Stück Brot, aufgeweicht in Wasser und leicht angegoren, getestet und für gut befunden haben. Fest steht, dass vor mehr als 6.000 Jahren das Volk der Sumerer in der Region um das heutige Irak Bier hergestellt hat: aus nicht durchgebackenem, vergorenem Brot aus Gerste oder dem alten Getreide „Emmer“. Für den Geschmack gaben die Sumerer Honig, Gewürze und Kräuter dazu.

Als die Babylonier 2.000 v. Chr. das Reich der Sumerer übernahmen, eigneten sie sich deren Braukunst an. Sie stellten bereits 20 verschiedene Sorten her! Die Menschen tranken es mit langen Tonröhrchen, weil das Bier nicht filtriert war und bittere Rückstände enthielt. Zeitgleich zum Orient fand auch die Hochkultur der Ägypter zu dem alkoholischen G…

7 Meilensteine der Mobilität

Das Dampfschiff
Thomas Newcomen konstruierte im 18. Jarhundert die 1. nutzbare Dampfmaschine, James Watt entwickelte sie weiter. Seitdem nutzten die Menschen die Dampfkraft verstärkt für den Transport und Verkehr: Eisenbahnnetze wurden ausgebaut, Dampfschiffe über Fluss und Meer geschickt. Am 24. Mai 1819 legte in den USA das 1. Schiff ab, das mithilfe von Dampf die weite Strecke über den Atlantischen Ozean nach Liverpool, England, überquerte. Dampfschiffe waren schneller als Segler, vom Wind unabhängig und konnten dank konstanter Antriebskraft ihre Ankunft viel genauer vorhersagen.

Das Telefon
Samuel Morse erfand den Telegrafen, schickte am 24. Mai 1844 sein 1. Telegramm in Windeseile durch eine Stromleitung – und ebnete damit den Weg für das Telefon: Viele dachten einen Schritt weiter und tüftelten an der Sprachübermittlung mittels elektrischer Signale. Alexander Graham Bell schaffte es 1876 schließlich, eine 1. Telefonverbindung herzustellen. Mit der Zeit gab es immer bessere Geräte, …

Wer erfand den Massentourismus? Die 1. Reise für Erholungssuchende

Reisen Sie gerne? Nehmen Sie die Dienste eines Reisebüros in Anspruch? Dann haben Sie diesem Mann viel zu verdanken: dem britischen Drucker, Verleger und Laienprediger Thomas Cook (1808–1892). Vor 165 Jahren, am 5. Juli 1841, gingen 570 Touristen unter Cooks Obhut auf Reisen – mit der Eisenbahn vom englischen Leicester zum nahe gelegenen Loughborough und zurück. Für den Reisepreis von 1 Schilling gab es: die Fahrt, 1 Stehplatz 3. Klasse in offenen Waggons, 1 Schinkenbrot und 1 Tasse Tee. Diese Massen zu bewegen war revolutionär. Es war damals nicht gewöhnlich, aus Freude und auf der Suche nach Erholung eine Wegstrecke zurückzulegen.

Cooks Gäste und sein eigentliches Ziel waren genauso ungewöhnlich: Seine Touristen waren Aktivisten einer Bewegung für den Verzicht auf Alkohol. Thomas Cook war entzückt von der Idee, die Abstinenzbewegung mithilfe des neuen, sicheren Verkehrsmittels voranzubringen. Seine 1. Reise-Großveranstaltung kam so gut an, dass er weitere Touren für die unterschiedl…

Warum ist das Herz Symbol für die Liebe?

Die Geschichte des Herzens als Symbol beginnt rund 5.000 Jahre vor unserer Zeit: Damals brannten Töpfer Gefäße, geschmückt mit stilisierten Feigenblättern. Stilisiert bedeutet, dass sie die natürliche Vorlage, das Blatt, in ein einfaches Muster übersetzten. Die herzförmige Frucht des Feigenbaumes stand in vielen Kulturen für die Liebe und Geschlechtervereinigung. Auch die alten Griechen und Römer dekorierten Gegenstände und Gemälde mit herzförmigen Feigen-, Efeublättern oder Weintrauben. Ein Efeublatt symbolisierte früher ebenfalls ewige Liebe. Nach diesen antiken Vorbildern verwendeten Buchmaler und Künstler im Hochmittelalter die Herzform, um Liebe zwischen Menschen oder Hingabe darzustellen. Sie nutzen dafür irgendwann die Farbe Rot in Anlehnung an das Blut – es stand für Leben, Liebe, Glück und Wohlbefinden.

Besonders die katholische Kirche fand Gefallen an dem Symbol des Herzens, weshalb es in der religiösen Kunst auch immer wieder auftaucht. Außerdem wurde das rote Herz in Europa…

Warum Kneipen Kneipen heißen

Lokale sind alle
Es gibt keine eindeutige Definition für ein „Lokal“. Die verschiedenen Bezeichnungen hängen oft von regionalen Unterschieden ab oder von der Geschichte. Aber: Jeder Platz, an dem Menschen Essen oder Getränke an Ort und Stelle einnehmen, ist ein Lokal – wie der Name schon sagt (lokal = lateinisch für „Ort, Platz, Stelle“).

Restaurants zum Stärken
Der Name „Restaurant“ kommt vom französischen Verb restaurer = wiederherstellen, stärken. Die ältesten Restaurants gab es schon im Römischen Reich (ab dem 6. Jh. v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr.). Sie hatten meist einen Tresen zur Straße, wo die Römer Imbisse verkauften, und mindestens 1 Esszimmer. In den einfacheren saßen die Gäste auf normalen Stühlen, in den größeren gab es Liegen. Die besten Köche dieser Zeit waren Sklaven oder Angestellte reicher Familien. Meist führten Freigelassene aus verschiedenen Ländern Restaurants – ihr kulinarischer Ruf war eher schlecht. Restaurants im heutigen Sinne – Gäste erwarten etwas Gutes zu …

Woher kommt der April-Scherz?

Auf fast jedem Kontinent der Welt nutzen Menschen den 1. April, um ihre Zeitgenossen hereinzulegen – in Deutschland schon seit 400 Jahren. Woher der Aprilscherz kommt, ist nicht bekannt. Hier 3 Möglichkeiten: König Karl IX. aus Frankreich hat 1564 das Neujahrsfest vom 1. April auf den 1. Januar verlegt. Wer doch im April feierte, wurde verspottet. Oder: Im alten Rom soll es am 1. April ein Narrenfest zu Ehren der Göttin Venus gegeben haben. Auch in Indien, wo der Aprilscherz ebenfalls bekannt ist, gibt es am 1. April das Hulifest, bei dem Narren den Winter austreiben.

Das Ei war zuerst da!

Osterhase oder Osterei – welcher Brauch ist älter? Diese Frage entscheidet sich eindeutig zugunsten des Eis. Es ist Symbol der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens. Alleine aus diesem Grund passt es wunderbar zum Fest der Auferstehung.

Hühner legen Eier auch zur Fastenzeit
Bereits vor rund 1.200 Jahren war es den Christen verboten, in der Fastenzeit vor Ostern Eier zu essen. Das Verbot galt eigentlich für Fleisch, schloss aber tierische Produkte mit ein. Den Hühnern als Eierlieferanten war das naturgemäß egal: Es sammelten sich daher bis Ostern immer viel zu viele Eier an. Das Abkochen half, sie haltbarer zu machen.

Ab dem 12. Jahrhundert etwa nahmen die Gläubigen am Ostersonntag die Eier mit zur Messe in die Kirche, um sie weihen zu lassen. Zu diesem besonderen Anlass wurde es mit der Zeit gang und gäbe, die Schalen bunt einzufärben und sie mit Mustern oder Bildern zu verzieren.

Hasen schlafen mit offenen Augen
Hasen sind ebenfalls Symbole der Fruchtbarkeit. Hinzu kommt, dass sie keine Au…

Ist Gähnen wirklich ansteckend?

Wie ist das bei Ihnen: Fühlen Sie sich vom Gähnen anderer Leute angesteckt und gähnen selbst? Dann gehören Sie wohl zu den Menschen, die sich gut in andere hineinfühlen können, sagen Psychologen. Denn offenbar löst ein sichtbares oder hörbares Gähnen ähnliche Gefühle in Ihnen aus.

Es scheint also eine Art Gesellschaftszwang zu sein. Reißt ihr Gesprächspartner in bekannter Geste den Mund auf, müssen die meisten einstimmen. Dafür sprechen auch Ergebnisse aus Experimenten: Sauerstoffmangel lässt uns nicht gähnen, wie oft angenommen. Wo der Gähn-Auslöser in unserem Körper aber genau liegt, ist nicht ausreichend erforscht. Möglicherweise spricht das Gähnen einen sozialen Ursinn an: Früher gingen die Menschen gemeinsam schlafen, genauso wie sie in Gruppen jagten oder aßen. Das Gähnen war das Zeichen für alle: Jetzt ist (Nacht-)Ruhe angesagt. Wer aus Langeweile gähnt, hat ebenfalls einen guten Grund dazu: Er fühlt sich dem Schlafzustand sehr nahe ...

Woher kommt der „Tag der Arbeit“?

Heutzutage streiken Arbeitnehmer wegen einer 40-Stunden-Woche. Vor über 100 Jahren setzten sie sich für den 8-Stunden-Tag ein. Darin liegt der Ursprung des 1. Mai: Für eine Arbeitszeitverkürzung organisierten amerikanische Gewerkschaften 1886 einen mehrtägigen Generalstreik. Sie wählten den 1. Mai, weil zu diesem Stichtag Arbeitsverträge abgeschlossen, geändert oder aufgehoben wurden. Und der 8-Stunden-Tag war eine gewünschte Änderung. In Chicago kam es während des Streiks zu einer Bombenexplosion, zu Toten und Verletzten.

3 Jahre darauf trafen sich Sozialisten mehrerer Länder in Paris. Sie kündigten im Gedenken an die Opfer von 1886 für den 1. Mai 1890 internationale Aktionen an, um den 8-Stunden-Tag durchzusetzen. An diesem Gedenktag der Arbeiterbewegung beteiligten sich auch 100.000 deutsche Arbeiter an Streiks. Grund war die Politik des damaligen deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck: Der Kanzler war nicht nur gegen die Sozialisten, er hatte ihnen auch per „Sozialistengesetz“…

Wieso vergessen wir Dinge?

Sie treffen einen alten Bekannten und unterhalten sich prächtig. Aber leider fällt Ihnen nicht mehr ein, wie die Person heißt. Oder Sie können sich nicht mehr daran erinnern, ob Sie das Nudelwasser schon gesalzen haben. Woran liegt das eigentlich?

Wir müssen vergessen
Das Kurzzeitgedächtnis kann nicht unbegrenzt viele Informationen speichern. Deswegen verblassen Informationen. Würden wir wirklich alles behalten, wäre unser Gehirn vollkommen überlastet. Alles, was unwichtig ist, können wir sofort wieder vergessen. Diese Theorie gilt jedoch nicht für das Langzeitgedächtnis, dessen Aufnahmefähigkeit nach menschlichen Maßstäben schier unbegrenzt ist.

Wir überlagern
Im Langzeitgedächtnis kann es allerdings vorkommen, dass eine Information eine andere überdeckt. Vor allem, wenn 2 Informationen sich ähneln.

Wir stöbern nichts auf
Möglicherweise sind Informationen zwar irgendwo abgespeichert, lassen sich aber schlichtweg nicht mehr finden oder abrufen. Für diese Theorie spricht, dass Denkanstöße…

Woher kommt der Namenstag?

Wer Klara, Nina, Ulrich oder Ulrike heißt, hat am 8. Mai einen Grund zu feiern: den Namenstag. Wussten Sie, dass dieser Tag in manchen Regionen Deutschlands oder in anderen Ländern ausgiebiger begangen wird als ein Geburtstag? Mit Feierlichkeiten, Geschenken usw.

Die Tradition des Namenstages geht zurück bis ins hohe Mittelalter (etwa 1050–1198). Oft wählten katholische Christen den Namen einer oder eines Heiligen für ihr Kind – quasi als Schutzpatron. Als die Reformatoren später die Heiligenverehrung der Katholiken missbilligten, gewann diese Form der Namensgebung erst recht an Bedeutung. Der gewählte Heilige sollte das Kind jedoch nicht nur beschützen, sondern auch in gewisser Weise als Vorbild sein Leben beeinflussen. Denn jeder dieser Heiligen oder Seliggesprochenen hatte schließlich zu Lebzeiten etwas Besonderes geleistet.

Der Grund, weshalb der Namenstag – er fällt meistens auf den Todestag eines Heiligen – so gefeiert wird, ist folgender: Wenn jemand geboren wird, ist der Zeitpu…

Warum Kinder Größenverhältnisse ignorieren

Das bringt alle Eltern zum Lachen: Ihre Kinder setzen sich Barbiehüte auf den Kopf, versuchen in Spielzeugautos einzusteigen oder zwängen sich wie selbstverständlich in das Puppenhaus. Warum tun sie das? Die Antwort fanden 3 amerikanische Entwicklungspsychologen heraus: Im Gehirn sind 2 Regionen dafür verantwortlich, wie wir die Umwelt wahrnehmen. In der 1. erkennen wir einen Gegenstand und ordnen ihn ein. Im 2. Bereich registrieren wir erst die Größe des Objekts.

Bei Kindern sind beide Gehirnteile noch nicht richtig miteinander verknüpft. Sie können zwar die Größe von Objekten unterscheiden, verlassen sich jedoch manchmal auf das, was sie vorher einmal im Gehirn abgespeichert haben. So kann es passieren, dass ein Kind das Spielzeugauto als Papas Auto erkennt – es ignoriert aber, wie groß das Objekt in Wirklichkeit ist. Das kommt häufiger vor, wenn die Miniatur-Spielsachen Ihren Vorbildern detailgetreu nachgebildet sind. Mit zunehmendem Alter wird die visuelle Wahrnehmung der Kinder k…

Wie kam es zur Erfindung des Zweirades?

Ein Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora war dafür verantwortlich, dass der Karlsruher Karl Drais das Zweirad erfand! Der Ausbruch im April 1815 war so gewaltig, dass sich 3 Tage der Himmel verdunkelte und zig Tausende Menschen starben. Auch Europa blieb nicht verschont. Staubteilchen gelangten über die Luft hierher. Ernteausfälle und Hungersnot waren die Folge. Das Sterben von Pferden verringerte die Mobilität der Menschen.

Der Forstmann und Erfinder Karl Drais (1785–1851) entwickelte daraufhin eine Laufmaschine. Sein Ergebnis, die nach ihm benannte Draisine, stellte er am 12. Juni 1816 in Mannheim vor: 2 hintereinander stehende Räder, verbunden durch eine Stange, mit einem Sitz und einem Stützbügel für die Arme. Ein „Läufer“ stieß das Rad mit seinen Füßen an und war damit 3-mal schneller als ein Fußgänger.

Woher kommt die Redewendung „auf dem Holzweg sein“?

Den Begriff „Holzweg“ gibt es schon seit dem Mittelalter. Er stammt aus dem Bereich der Forstwirtschaft. Wer Bäume im Wald schlug, musste diese selbstverständlich auch abtransportieren. Beim Transport schlug der Baum dann eine Schneise in den Wald – den sogenannten Holzweg.

Dieser Weg zog sich von der Stelle, an der die Waldarbeiter die Bäume geschlagen hatten, bis hin zu einem regulären Waldweg. Wenn nun Wanderer den Waldweg verließen und die Abzweigung zum Holzweg einschlugen, führte dieser Weg sie an kein Ziel. Denn er endete an der Stelle, an der die Arbeiter ihre Baumfällarbeiten gemacht hatten.

Aus diesem Grund sagen wir über Menschen, die Entscheidungen treffen, die offensichtlich aussichtslos sind, sie seien auf dem Holzweg. Mit dieser Aussage weisen wir darauf hin, dass die Entscheidung zum einen nicht zielführend ist und wir es zum anderen für besser hielten, wenn derjenige einen anderen Weg einschlagen würde.

Warum mittags die Kirchenglocken läuten

Läuten bei Ihnen in der Stadt oder im Dorf jeden Mittag die Kirchenglocken? Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum? Hier kommt die Antwort!

Vor 550 Jahren – 1456: Die Türken befinden sich auf ihren Eroberungskriegen, um das Osmanische Reich zu vergrößern. Konstantinopel – das heutige Istanbul – unterlag bereits 1453 der Macht der Türken. Das christliche Abendland fürchtet sich vor der riesigen Heerschar unter Sultan Mehmed II., dem „Eroberer“ (1432–1481): Die Türken wollen den Balkan einnehmen und so das Tor zum Westen öffnen.

Papst lässt Glocken läuten
In Rom sitzt zu dieser Zeit Calixtus III. (1378 –1458) auf dem Papststuhl, ein unbeliebter Spanier. Sorgenvoll geht das Abendland nach seiner Meinung nicht mit der Bedrohung aus dem Morgenland um. Deshalb bemüht sich Calixtus selbst, die Türken zu bekämpfen. In seinem Auftrag ziehen Kreuzzugprediger und Botschafter durch Europa, um Truppen und Geld zusammenzutrommeln. Eine seiner Maßnahmen, sie greift erstmals im Juni 1456, ist das …

Wie begann die Französische Revolution?

Den „Sturm auf die Bastille“ kennen Sie sicher noch namentlich aus dem Geschichtsunterricht. Die Zusammenhänge verblassen jedoch oft: Der Sturm gilt als symbolischer Beginn der Französischen Revolution, aus der Frankreich als Republik hervorging. Das Land war, unter der Herrschaft König Ludwig XVI. (1754–1793), wirtschaftlich am Ende. Dieser berief im Mai 1789 die Generalstände ein, die das Volk daraufhin wählte. Das war in Krisenzeiten üblich – es handelte sich um eine Versammlung von Vertretern der 3 Stände: Adel, Klerus und Bürgertum – sie sollte den König beraten. Bei der Wahl 1789 errang jedoch der bürgerliche 3. Stand mehrheitlich Stimmen, was zum Streit über sein Mitspracherecht führte. Diesen beendeten die Abgeordneten des 3. Stands am 17. Juni: Sie formierten sich zur Nationalversammlung (= Parlament) und forderten eine Verfassung.

Die Revolution gegen die Macht des Staates war also schon im Gange. Da stiegen die Preise für Brot. Und der König feuerte seinen vom Volk akzeptier…

Gibt es auf der Welt mehr Frauen oder mehr Männer?

Bezogen auf den ganzen Erdball gibt es mehr Männer als Frauen. In Zahlen: Unter den rund 6,46 Mrd. Menschen gab es laut der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung im Jahr 2005 etwa 3,25 Mrd. Männer und nur 3,21 Mrd. Frauen – also rund 40 Mio. weniger.

Schauen wir uns Europa an, könnten wir meinen, es gäbe mehr Frauen als Männer. Denn das weibliche Geschlecht hat eine höhere Lebenserwartung – und unsere Gesellschaft wird bekanntermaßen älter. In ärmeren Ländern mit geringerer Lebenserwartung und hoher Geburtenrate – sie bilden die Basis der Weltbevölkerungspyramide – ist es genau umgekehrt: Hier gibt es unter den jungen Menschen mehr Männer. Denn: Laut Geburtsstatistik kommen mehr Jungs als Mädchen auf die Welt – genauer gesagt 1 Junge mehr pro 100 Mädchen. Auf 1.000 Mädchen-Geburten sind das schon 1.010 Jungen und so weiter.

Ein weiterer Grund für den niedrigeren Frauenanteil ist die geringe Akzeptanz von weiblichem Nachwuchs in bestimmten Ländern, wie z. B. Indien. Dort treiben Frauen ih…

Wie entstanden Hochkulturen?

Die gemeinhin als „Hochkulturen“ bezeichneten Stämme und Völker sind Ihnen sicher ein Begriff: Dazu zählen z. B. die Sumerer, die Babylonier oder die Ägypter. Sie konnten quasi nur deshalb aufblühen, weil sich bestimmte Lebens- und Arbeitsbereiche in Städten konzentrierten. Auch das Wachstum der Bevölkerung beeinflusste die Entstehung von Hochkulturen. Schließlich waren diese selbst wiederum dafür verantwortlich, dass sich alles Städtische und Bauliche weiterentwickelte.

Eine Hochkultur hebt sich von anderen Kulturen durch gewisse gesellschaftliche Merkmale ab, durch die sie zugleich weiterentwickelt erscheint. Hochkulturen betreiben z. B. gezielt Landwirtschaft mit Bevorratung und Handel, sie haben Städte als Organisationseinheiten und Handelspunkte. Es gibt verschiedene Klassen in der Gesellschaft, Arbeitsteilung und eine Verwaltung. Zur Kommunikation nutzen sie Schriftzeichen. Schließlich existieren religiöse Ausprägungen und Heiligtümer. Zu den frühen Hochkulturen zählen neben den…

Warum bezahlen wir für 1 Liter Kraftstoff an Tankstellen krumme Cent-Beträge?

Wer sich diese Form der Preisgestaltung mit ungeraden Cent-Beträgen hat einfallen lassen, ist nicht mehr nachvollziehbar. Fakt ist jedoch: Es liegt nicht an bestimmten technischen Bedingungen, dass Sie beim Tanken so seltsame Beträge bezahlen müssen.

Laut des Bundesverbands Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland e. V. sind diese Preise in der Branche seit Jahrzehnten üblich. Dahinter stecke im Prinzip ein Marketing-Trick, den wir aus dem Handel kennen: Socken für 8,99 € verkaufen sich eben besser als solche für 9,00 €. Dasselbe passiert beim Benzin, wenn hier nicht mit vollen Cent-Beträgen gearbeitet wird. 123,9 Cent wirken günstiger als 124.

Übrigens muss es nicht zwingend eine „9“ sein, die hinter dem Komma steht. Bei der Umstellung von D-Mark auf Euro haben viele Mineralölkonzerne auch mal mit einer „8“ oder „5“ gearbeitet. Die „9“ ist jedoch die gängigere Form und deshalb in der Regel eingestellt.

Was sind die Genfer Konventionen? Über die Idee, Menschlichkeit auch in Kriegszeiten zu wahren

Die Genfer Konventionen in ihrer heutigen Form gibt es seit dem 12. August 1949. Oberstes Ziel des Vertragswerkes ist es, auch in Zeiten des Krieges menschlich zu sein. Diese Idee des humanitären Völkerrechts geht zurück auf den Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant (1828–1910). Dieser erlebte 1859 bei einer Reise nach Italien das Ausmaß einer blutigen Schlacht bei Solferino: Zigtausend Tote und Verletzte, um die sich keiner kümmerte. Also ergriff er selbst die Initiative und versorgte mit zusammengetrommelten Helfern aus der Bevölkerung notdürftig die Opfer. Seine Erfahrungen dokumentierte er 1862 in einem Buch und regte darin an, Hilfsorganisationen zu gründen, die im Kriegsfall Verwundete versorgen.

Erst das Rote Kreuz, dann die Konvention
Das Ansinnen Dunants stieß europaweit auf ein positives Echo. In der Schweiz kam es dann zur Verwirklichung seiner Idee: 1863 formte sich um Henry Dunant eine Kommission der karitativen „Genfer Gemeinnützigen Gesellschaft“. Diese Kommission gründet…

Was unterscheidet den Briten vom Engländer? 5 Fragen zu Großbritannien

Wie entstand Großbritannien?
Genau genommen ist „Großbritannien“ die Bezeichnung für die größte europäische Insel, den größeren Teil der britischen Inseln. Umgangssprachlich ist von Großbritannien auch dann die Rede, wenn das „Königreich Großbritannien“ gemeint ist.
Ursprünglich zählten zum "Königreich Großbritannien" – es hieß damals auch so – die Landesteile England, Schottland und Wales. Wales und England schlossen sich schon 1536 zusammen, Schottland kam 1707 hinzu. Der Staat bestand jedoch in dieser Form nicht lange, denn 1801 vereinte sich das Königreich mit Irland. Fortan hieß es „Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland“. Nach der Teilung Irlands und der Gründung des irischen Freistaats 1921 heißt es heute „Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland“. Die Bewohner sagen auf englisch kurz „United Kingdom“ oder nur „UK“.

Warum vereinigten sich England und Schottland?
Bereits seit 1603 hatten England und Schottland denselben König. Als die englisc…

Wie kam Deutschland zu seiner Nationalhymne?

Die Geschichte der deutschen Hymne ist holprig: Den Germanisten und Lieddichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) störte, dass die Deutschen keine eigene Nationalhymne hatten. Deshalb dichtete er am 26. August 1841 auf einer Reise nach Helgoland das 3-strophige „Lied der Deutschen“ oder „Deutschlandlied“ auf die Melodie der Kaiserhymne. Die hatte Joseph Haydn (1732–1809) 1797 für den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Franz II., komponiert.

Es dauerte jedoch über 80 Jahre, bis der Reichspräsident Friedrich Ebert (1871–1925) das Lied offiziell zur deutschen Nationalhymne erklärte: am 11. August 1922. 11 Jahre darauf kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Sie machten die 1. Strophe, an die sie noch ein Nazi-Kampflied dranhängten, zu ihrem Lied. Nach dem 2. Weltkrieg verboten die Alliierten das „Lied der Deutschen“. Von da an waren die Verantwortlichen im Nachkriegsdeutschland auf der Suche nach einer neuen Hymne, sichteten Lieder und Texte zahlreicher Bewerb…